Und der Kinder- und Jugenddramatikerpreis geht an...

„Bergkristall“ von Christian Schönfelder gewinnt den 20. Niederländisch-deutschen Kinder- und Jugenddramatikerpreis „Kaas und Kappes“ in Duisburg.

„Eine unglaublich tolle Auszeichnung für Christian Schönfelder und gleichzeitig eine Bestätigung für die jahrelange und kontinuierliche Arbeit mit Autorinnen und Autoren für das Theater des Kindes. Jede Spielsaison realisieren wir 2 bis 3 Uraufführungen und dieser Preis ermutigt uns auch weiterhin Autorinnen und Autoren zu fördern und somit immer wieder neue Stücke und Stoffe für unser Publikum umzusetzen.“, so der künstlerische Leiter und Geschäftsführer Andreas Baumgartner.

Im Rahmen des Festivals „Kaas & Kappes“ wurden am Sonntag, 25.02.2018, im Duisburger Kinder- und Jugendtheater KOM’MA die Preisträger des 20. niederländisch-deutschen Kinder- und Jugenddramatikerpreises bekannt gegeben. Die Bezirksbürgermeisterin Astrid Hanske überreichte die Preise im Gesamtwert von 7.500 EUR für drei Theaterstücke. Von den 105 Texten, die in diesem Jahr aus fünf verschiedenen Ländern (Deutschland (84), den Niederlanden (9), Belgien (4), Österreich (7) und der Schweiz (1)) am Wettbewerb teilnahmen, wählte die vierköpfige Jury, bestehend aus Chiara Tissen (NL), Renate Frisch (D), Rob Vriens (NL) und Till Beckmann (D), folgende Preisträger aus:

Christian Schönfelder nach Adalbert Stifter für „Bergkristall

Helwig Arenz für „Caligula und das Mädchen auf der Treppe“

Christina Kettering für „Keine Lieder“

Die PreisträgerInnen erhielten jeweils € 2.500,-- Preisgeld.

Begründung der Jury

„Die Bearbeitung von Stifters Novelle „Bergkristall“ durch den Autor und Dramaturgen Christian Schönfelder ist ein Beispiel dafür, dass Adaptionen bestehender Werke weit über das bloße Dramatisieren oder Bearbeiten hinausgehen können. Es können, im Glücksfall, eigenständige künstlerische Arbeiten von großer Bedeutung entstehen. Und dies ist hier der Fall. Romane und Erzählungen haben im Theater Hochkonjunktur, manchmal gelingt es, manchmal denkt man als Zuschauer „es gibt keinen Grund, diesen Stoff auf dem Theater zu zeigen“. Bei Schönfelders Bergkristall laufen vor dem inneren Auge schon beim ersten Lesen starke Theaterbilder ab.

Man will dieses Stück auf der Bühne sehen.

Die Bearbeitung schafft darüber hinaus noch etwas, was Theater im besten Fall gelingt: dass eine 150 Jahre alte Geschichte uns mehr über unsere Gegenwart erzählt als jedes aktuelle Themenstück. Frei von Aktualitätszwang und Zeitzeugenschaft ist Bergkristall ein Stück Theater über gegenwärtige, drängende Themen: die Unaufgeschlossenheit gegenüber Fremden, die Probleme woanders anzukommen, die Ablehnung gegenüber Zugezogenen und deren Auswirkungen und über die leise Gewissheit, dass es zwischen Himmel und Erde mehr gibt als das, was wir mit bloßem Auge erkennen können.

Ein Theaterglücksfall für Publikum jeden Alters.“

Weitere Infos zu Bergkristall!

Gesamte Pressemitteilung gibt es hier als PDF!


Christian Schönfelder (Stück), Caroline Richards (Regie) und Andreas Baumgartner (Künstlerischer Leiter und Geschäftsführer) beim Wandern am Dachstein im August 2016 um den Plot für das Stück zu entwickeln.